Wäsche richtig sortieren – das sollten Sie beachten

Grafik: Wäsche richtig einsortieren Bevor die Wäsche in die Waschmaschine gelegt wird, gilt es, diese richtig zu sortieren. Besonders wenn eine größere Familie viel Schmutzwäsche produziert, enstehen mitunter enorme Wäscheberge. Und somit ein größeres Chaos, weil alles auf einem Haufen liegt. Kommt Zeitdruck und Stress hinzu, dann landen nicht selten Kleidungsteile gemeinsam in einem Durchgang, die nicht zusammen gehören.

Und das hat Folgen: Niemand möchte, dass beispielsweise bunte Teile die weiße Kleidung ungewollt verfärben oder ihr einen ungewünschten Farbstich verleihen. Sie wird dann unbrauchbar und das kostet nicht nur Geld, sondern auch Nerven.

Wer die Wäsche richtig vorsortiert vermeidet solche Fehler, erhöht die Lebensdauer der Textilien und optimiert die Haushaltsarbeit essentiell. Die folgenden Tipps vermitteln Grundwissen über das nötige und richtige Sortieren der Wäsche in Hinblick Material, Farbe und Temperatur. Dazu kommen praktische Ratschläge.

Wäsche sinnvoll sortieren – welche Kleidungsstücke dürfen zusammen gewaschen werden?

Die alles entscheidende Frage, welche Kleidungsstücke gemeinsam bei welcher Temperatur und mit welchem Programm gewaschen werden dürfen, steht immer im Vordergrund, wenn es um das Vorsortieren geht.

Dieser Teil der regelmäßigen Hausarbeit erfordert Wissen, Konzentration und Aufmerksamkeit, denn es gilt, die Schmutzwäsche vor dem Waschen nach verschiedenen Merkmalen einzuteilen. Textilien weisen grundsätzliche spezifische Pflegeerfordernisse auf. Diese gilt es zu beachten, wenn sie ihre Qualität über einen längeren Zeitraum behalten sollen.

Allgemeine Hilfen vor dem Waschgang – die Waschwirkung optimieren & Beschädigungen vermeiden

  • Pflegehinweise auf der Wäsche lesen: Besonders ungeübte Menschen (z.B. Auszubildende und Studenten nach dem Auszug von zu Hause) tun gut daran, sich an den Pflegehinweisen auf den Wäschestücken zu orientieren. Diese Hilfen stehen auf den Etiketten, welche sich bei Blusen & Hemden innen an einer Seitennaht befinden. Hingegen ist der Hinweis bei T-Shirts, Kleidern oder Unterhemden am hinteren Teil des Halsausschnittes angebracht. Hosen, Röcke und Unterhosen platzieren die Richtlinien zum Waschen seitlich im Hosenbund. Bei der Bettwäsche wird das Hinweisfähnchen normalerweise neben dem Verschluss eingenäht
  • Vor dem Waschgang sollte man stets darauf achten, die Taschen von Hosen, Jacken, Blusen und Hemden zu entleeren, denn ein vergessenes Taschentuch oder ein größerer Zettel können einen ganzen Waschgang zunichte machen
  • Falls möglich, sollten zudem etwaige Metallteile entfernt werden, da diese rosten könnten
  • Generell ist es hilfreich, die Waschmaschine nur locker zu befüllen, um das beste Ergebnis zu erzielen. Denn wer mit Gewalt stopft, vermindert leider die Waschwirkung und erzwingt eventuell einen zusätzlichen Waschgang. Das kostet Geld, Zeit und unnötige Energie. Vereiden Sie es zudem, die Wäsche zu falten, dies erschwert den Zugang der Waschmittel zu den Textilien
  • Wer die Wirkung beim Waschen optimieren will, mischt kleine und große Wäschestücke, weil die Wäsche sich beim Schleudern besser in der Trommel verteilt
  • Achten Sie darauf, die Reißverschlüsse von Hosen vorher immer zu schließen, damit die übrigen Wäscheelemente vor den scharfen Zähnchen geschützt sind. Eine kleine Maßnahme, welche wirkungsvoll ärgerlichen Kleinstbeschädigungen vorbeugt. Ebenso vorteilhaft ist es, Bett- und Kissenbezüge zugeknöpft in die Wäschetrommel zu geben
  • Für Anfänger: Was bedeuten die Symbole auf den Etiketten?

    Informationen zum Waschen drucken die Hersteller immer auf das implementierte Etikett: Das Symbol Schüssel mit Wasser enthält dabei eine Zahl. Sie verdeutlicht die Maximaltemperatur, mit welcher das Kleidungsstück gewaschen werden darf. Geht der Anwender darüber hinaus, kann die Wäsche einlaufen, Farbe verlieren oder stärker abgenutzt werden – die Qualität leidet.

    Diese Herstellerangaben stellen kein Muss dar: Liegt nur eine geringe Verschmutzung vor, dann kann das entsprechende Element optional bei einer niedrigeren Temperatur als angegeben gewaschen werden.

    Grafik: Herstellerangabe der maximalen Waschtemperatur

    Das Symbol zeigt an, dass nur bei maximal 30 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden darf

    Ein dicker Strich unter der Schüssel signalisiert, dass nun der Schonwaschgang angebracht ist. Zwei dicke Striche weisen darüber hinausgehend darauf hin, dass ein Spezialwaschgang für sehr empfindliche Wäsche ausgewählt werden sollte.

    Es existiert natürlich auch Kleidung, die überhaupt nicht für die Waschmaschine geeignet ist und von Hand gereinigt werden muss. Eben diese Hand, die in eine Schüssel greift, wird auf dem Etikett verwendet, um dies deutlich zu machen.

    Wenn der Nutzer selbst gar nicht tätig werden sollte, weil das Element in die Reinigung gehört, dann ist die eben genannte Waschschüssel auf dem Etikett durchgestrichen.

    Sortieren nach Material, Programm und Temperatur

    Zu heißes Waschen verbraucht nicht nur unnötige Energie und somit Geld, es schadet auf Dauer natürlich dem Gewebe. Unterschiedliche Fasern reagieren auf Hitze in verschiedener Weise. Wird zu energiereich gewaschen, dann verringert sich die Nutzungsdauer der Kleidung. Daher besteht der erste Schritt darin, die Wäsche nach verschiedenen Gewebetypen einzuteilen.

    Folgende Arten sind zu unterscheiden:

    Handwäsche / Schonwäsche für sehr empfindliche Kleidung (Wollpullover, Seidenhemd, Seidenbluse)
    Feinwäsche für Kleidungsstücke, die mit empfindlichen Naturfarben eingefärbt worden sind oder aus Kunstfasern bestehen
    Pflegeleichte Wäsche für Hosen, T-Shirts, Blusen, Hemden und Socken, welche aus Baumwolle, Leinen oder einem Mischgewebe fabriziert worden sind
    Normale Wäsche für Baumwollbettwäsche, Baumwollunterwäsche, Baumwollschlafanzug & Handtücher

    Sensible Materialien müssen auf niedrigen oder mittleren Temperaturen gereinigt werden, damit sie nicht einlaufen oder ihre Form einbüßen. Robustes Material kann – salopp formuliert – mehr ab und verträgt auch hohe Temperaturen.

    Übersicht: Die beste und empfohlene Waschtemperatur für das jeweilige Gewebe

    • Kochwäsche = 90⁰ Wäsche: Baumwollbettwäsche, Baumwollunterwäsche & Handtücher. Besonders in Krankenhäusern oder in Haushalten, in denen Menschen mit einem angeschlagenen Immunsystem leben, ist dieser heiße Waschgang vonnöten. Normalerweise reicht aber für Bettwäsche, Unterwäsche und Handtücher eine Temperatur von 60⁰ aus
    • Hygienisch reinigen – die 60⁰ Wäsche: Bakterien sowie die Mehrzahl der Krankheitserreger sterben erst ab Waschtemperaturen von 60 Grad ab. Daher gehören Blusen aus Stoff, Schlafanzüge, Nachthemden, die Unterwäsche, Socken, Strümpfe sowie Handtücher und Bettwäsche in diesen hygienischen Vollwaschgang
    • Normalfall 40⁰ Wäsche: Die meisten Textilien werden dank verbesserter Waschmittel bei 40 Grad gut und effizient gereinigt. Dazu zählen T-Shirts, Röcke, Kleider und Hosen. Sollte das Resultat wider der Erwartung nicht gut riechen, deutet dies auf eine nicht ausreichende Waschleistung hin. Es empfiehlt sich dann, zumindest ein Mal bei einer Temperatur von 60 Grad zu waschen oder einen Hygienespüler hinzuzufügen
    • 30⁰ Wäsche für sehr sensible Stoffe: Wolle und Seide weisen einen empfindlichen Charakter auf und vertragen nur lauwarmes Wasser. Die Temperatur von maximal 30 Grad sollte daher niemals überschritten werden. Zudem dürfen Wolle und Seide keinesfalls geschleudert werden, weil das Material sonst leidet, daher ist die Verwendung des Schon- oder Spezialwaschgangs obligatorisch. Es sei denn, auf dem Etikett wird explizit eine Handwäsche eingefordert (siehe oben)
    Grafik: Programmwahl beim Wäschewaschen

    Wählen Sie das Schonprogramm für empfindliche Stoffe wie Seide und Wolle. Es sei denn, auf dem Etikett wird explizit die vorsichtige Handwäsche verlangt

    Ergänzender Hinweis: Fachleute raten bei Seide und Wolle oftmals zu einer Handwäsche mit einem hochwertigen Wollwaschmittel in der Badewanne bzw. im Waschbecken. Danach gilt es, die empfindlichen Teile ganz vorsichtig auszuwringen. Das dauert zwar länger, verhindert aber, dass sie Schaden nehmen.

    Idealerweise trocknen die Kleidungsstücke anschließend flach liegend auf einem passenden Turmwäscheständer oder auf einem geräumigen Standwäschetrockner.

    Einteilung der Textilien nach Farbe

    Bei einer hohen Waschtemperatur geht nicht nur der Schmutz gut ab, sondern gleichzeitig lösen sich diverse Farbpartikel von den Textilien. Besonders dunkle Wäsche kann helle Kleidung verfärben. Die meisten Hausmänner und Hausfrauen kennen den ungeliebten Graustich, Rotstich oder Blaustich.

    Damit genau das nicht passiert, sollte die Wäsche bewusst nach Farben sortiert werden. Eine durchdachte und farborientierte Einteilung der Textilien verlängert deren Lebensdauer spürbar und schützt vor lästigen Verfärbungen. Folgende Tipps helfen bei der sinnvollen Einteilung.

    Übersicht: Sortieren nach Farben

    1. Weiße/helle Wäsche: Dazu zählt weiß, gelb, rosa, hellgrün, flieder und hellblau. Weiße Wäsche kann bei geringen Temperaturen mit heller Wäsche kombiniert werden. Bei höheren Waschtemperaturen sollte sie sich allerdings alleine in der Waschmaschine befinden
    2. Helle Buntwäsche: In die Rubrik gehören die Farben gelb, orange und rosa, selbige können problemlos gemeinsam gereinigt werden
    3. Dunkle Buntwäsche: Diese Kategorie für gemeinsames Waschen beinhaltet blau, grün, violett und rot
    4. Schwarze & sehr dunkle Wäsche: Die Farben schwarz und braun definieren diese Gruppe, welche einen eigenständigen Waschgang einfordert
    Grafik: Eine Waschmaschine wird befüllt

    Besonders vorsichtige Nutzer waschen anfangs Rottöne zusammen, bevor sie später in der normalen dunklen Buntwäsche untergebracht werden

    Wann ist eine Kochwäsche wirklich nötig?

    Die Bedeutung und Anwendung der klassischen Kochwäsche hat in den letzten Jahrzehnten abgenommen. Ursächlich dafür ist die ausgeklügelte Zusammensetzung der aktuellen Waschmittel. Selbst bei mäßigen Waschtemperaturen erzielen diesemehrheitlich eine sehr gute Wirkung.

    Von Zeit zu Zeit kommen dennoch Szenarien vor, in denen die traditionelle heiße Kochwäsche nötig ist. Zu nennen sind etwa Krankheitsfälle: Hier müssen Bettwäsche, Handtücher und Unterwäsche bei 90 Grad gewaschen werden, um die Erreger abzutöten und die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.

    Ebenso empfiehlt es sich, bei sehr starker Verschmutzungen eine Kochwäsche einzuleiten, um die Reinigungsleistung sicherzustellen. Ansonsten können Schmutzreste verbleiben.

    Wie lässt sich die Einteilung der Wäsche im Haushalt praktisch organisieren?

    Sortieren ist Arbeit, kein Zweifel. Kennt Mann oder Frau die Kriterien, dann stellt sich die Frage, wie sich das passende Zusammenlegen praktisch umsetzen lässt. Hilfreich sind dabei mehrere Wäschebehälter.

    Sie erlauben direkt beim Ausziehen das Vorsortieren. Eine durchdachte Grundordnung der Schmutzwäsche erspart das lästige Durchstöbern des chaotischen Wäscheberges vor der Waschmaschine.

    Als Minimum gelten mindestens drei Wäschesammler, die jeweils Raum für Kochwäsche, Buntwäsche und empfindliche Textilien bereitstellen. Einige Produkte bieten diese aufteilende Funktionalität an, sodass alle Familienmitglieder bei der Vorarbeit mithelfen können.

    Spezielle Tipps und Hinweise zum Wäschewaschen

    Ergänzend helfen folgende Tipps dabei, weit verbreitete Fehler zu vermeiden. Die Informationen tragen zudem dazu bei, die Effizienz des Waschgangs zu erhöhen:

    1. Leder gehört nicht in die Waschmaschine: Lederbekleidung und Lederaccessoires gehören ebenso wenig in die Waschmaschine wie Faschingskleidung, welche mit zahlreichen Pailletten besetzt ist. Beachten Sie für diese Elemente die individuellen Reinigungshinweise
    2. Sensible Teile auf links drehen: T-Shirts mit Applikationen oder mit einem Aufdruck dreht der Anwender idealerweise auf links, um die sensiblen Stellen zu schützen. Das Gleich Prinzip gilt für Jeanshosen und Jeansjacken. Es hilft dabei, die Lebensdauer der Elemente zu erhöhen und ihre Optik zu schützen
    3. Hochwertige Kleidung gehört in die Reinigung: Keine teuren Experimente bei Blazern, Abendbekleidung oder feinen Tuchhosen. Gehen diese schief, dann wird es teuer. Treten Zweifel auf, dann sollten Sie die teuren Kleidungsstücke professionell, schonend und somit sicher reinigen lassen. Zwar kostet eine chemische Reinigung etwas mehr, doch sie garantiert eine qualitativ gutes Ergebnis – zudem kommen die teuren Klamotten frisch gebügelt zurück
    4. Kleinstteile sinnvoll bündeln: Büstenhalter und Strumpfhosen können gemeinsam in einem Wäschesack oder in einem Kopfkissen gewaschen werden
    5. Stark verschmutzte Arbeitskleidung separat mit Vorwäsche waschen: Bei groben Verunreinigungen sollte das Waschmittel ganze Arbeit leisten und problemlos an die stark verschmutzte bzw. verstaubte Wäsche herankommen können. Sie sollte deshalb nicht mit leicht verschmutzen Teilen kombiniert werden. Nutzen Sie in solchen Fällen zudem die Funktion der Vorwäsche
  • Trockene Flecken vorbehandeln: Einweichen ist dann indiziert, wenn die einzelnen Wäscheteile größere eingetrocknete Verschmutzungen aufweisen. Alternativ bieten einige Waschmaschinen Programme mit integrierter Einweichfunktion an
  • Neue Wäsche anfangs separat waschen: Neue Wäschestücke können nach dem Kauf relativ viel Farbe abgeben. Daher empfiehlt es sich, diese zunächst alleine zu waschen, bis sich keine Farbpartikel mehr lösen
  • Sortieren der Wäsche nach Material, Temperatur und Farbe spart Zeit & Geld

    Fazit: Richtiges Sortieren spart Zeit, Nerven und Geld, weil ungewollte Verfärbungen und mögliche Beschädigungen der Wäsche der Vergangenheit angehören. Schonendes Waschen nach Gewebetyp erhöht zudem die Lebensdauer der Textilprodukte. Neben der Beschleunigung der Hausarbeit sind zudem mentale Wirkungen zu bedenken. Weder Hausfrau noch Hausmann müssen sich bei entsprechender Vorsortierung extra Sorgen machen, ob die Wäsche abfärbt oder gar einläuft. Das reduziert Stress und fördert somit einen positiven psychischen Zustand und die allgemeine Zufriedenheit.